Was versteht man unter SKI-L?
Das Schüler Kognitionsinventar – Luxemburg (SKI-L) wird jedes Jahr im Zyklus 4 im Rahmen der Orientierungsprozedur hinsichtlich des Wechsels von der Grundschule in die Sekundarschule angeboten (Procédure Passage Fondamental Secondaire – PFS). Dieses kann in Kombination mit den schulischen Leistungen und den Ergebnissen der Épreuves communes bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Orientierung in die Sekundarschule hilfreich sein kann. Es misst logisches, rechnerisches und räumliches Denken, sowie Gedächtnis. Neben dem kognitiven Teil gibt es auch ein Selbsteinschätzungsbogen. Hier interessiert die Meinung des Kindes bezogen auf Schule und Lernen.
Wieso wird SKI-L durchgeführt?
Anhand des SKI-L werden somit zusätzlich zu den bereits bekannten Leistungen in den Schulfächern, sprachfreie Informationen gewonnen, die mit zur Entscheidungsfindung innerhalb des Schulorientierungsprozesses beitragen können.
Historischer Kontext
Früher entschied eine einzige Aufnahmeprüfung über die Orientierung nach der 6. Klasse der Grundschule. Seitdem wurde das Orientierungsverfahren um mehrere Elemente erweitert: ein Portfolio mit Produktionen der Schülerinnen und Schüler über zwei Jahre, die Ergebnisse aus den schulischen Entwicklungs- und Lernberichten (Bilan), die Ergebnisse der gemeinsamen nationalen Tests (Épreuves communes) und auf Entscheidung der Eltern auch die Ergebnisse der psychologischen Tests.
Auch die psychologischen Tests haben sich über die letzten 25 Jahren weiterentwickelt. Die aktuelle Version enstand in Zusammenarbeit mit der Universität Luxemburg, genauer gesagt mit dem Luxembourg Centre of Educational Testing (LUCET). Ziel ist es einen Einblick in die kognitive Leistung der Schülerschaft zu geben ohne Sprache zu messen, ohne die schulischen Leistungs- und Lernniveaus zu berücksichtigen.
Inhalt der Tests
Das SKI-L – Schülerkognitionsinventar Luxemburg besteht aus zwei Hauptteilen:
1. Kognitive Tests mit 4 unterschiedlichen Dimensionen,
2. Psychologische Selbsteinschätzung in Bezug auf 6 psychologische Dimensionen, die mit Schule und Lernen in Verbindung stehen.
Die psychologischen Tests konzentrieren sich auf die Bewertung der Dimensionen, die für das Lernen im schulischen Kontext relevant sind, und ermöglichen ein Feedback zum Potenzial der Schülerinnen und Schüler sowie Empfehlungen, wie dieses Potenzial aktiviert und gefördert werden kann.
Kognitive Tests mit 4 unterschiedlichen Dimensionen
Psychologische Selbsteinschätzung in Bezug auf 6 psychologische Dimensionen, die mit Schule und Lernen in Verbindung stehen
Testnachholung
Wenn Ihr Kind an der SKI-L Testung in der Klasse nicht teilnehmen konnte, gibt es 2 Möglichkeiten.
Kontaktieren Sie zuerst die Psychologin/den Psychologen und/oder die Lehrkraft der Klasse, um den Test in einer Parallelklasse innerhalb derselben Schule nachzuholen.
Falls dies nicht umsetzbar ist, melden Sie das Kind (Ende Januar/Anfang Februar) für eine regional organisierte Testnachholung an.
Rückmeldung der Ergebnisse
Nachdem die Schülerinnen und Schüler an der SKI-L Testung teilgenommen haben, werden Berichte mit den individuellen Ergebnissen erstellt. Nach den Osterferien (beim 5. individuellen Austausch im Rahmen des Orientierungsprozedur im Zyklus 4) gibt die Klassenpsychologin/der Klassenpsychologe den Eltern und Schülerinnen/Schüler hierzu Rückmeldung.
Unterstützung durch psycho-sozial-pädagogische Fachkräfte
In Bezug auf Stress- und Emotionsmanagement werden während bietet das CePAS – Centre psycho-social et d’accompagnement scolaires spezifische Workshops an. Diese sollen es den Jugendlichen ermöglichen, in Vorbereitung auf die 7. Klasse ihr eigenes Gleichgewicht und Selbstvertrauen zu finden: Anmeldeanträge über info@cepas.public.lu.
In den öffentlichen Sekundarschulen bietet das Ministerium für nationale Bildung, Kindheit und Jugend (MENJE) eine professionelle Betreuung, an um Jugendliche und ihre Eltern in Fragen des Wohlbefindens während der Adoleszenz, bei besonderen Bedürfnissen und bei der schulischen und beruflichen Orientierung zu unterstützen und ihnen zu helfen:
- SePAS – Service psycho-social et d’accompagnement scolaires
- SSE – Service socio-éducatif
- ESEB – Service pour élèves à besoins spécifiques
- COI – Cellule d’orientation et d’intégration scolaires
Weitere Informationen zur schulischen Orientierung
Im Luxemburg wird mehr als 50.000 Schülern ein vielfältiges öffentliches Angebot an Lyzeen und internationalen Schulen bereitgestellt. „Froen zum Lycée“ ist ein Podcast des Ministeriums für nationale Bildung, Kinder und Jugend, der Ihre Fragen zum öffentlichen Sekundarschulwesen beantwortet! Die Podcasts sind auf Französisch oder Luxemburgisch.
Datenschutz
Das LUCET (Universität Luxemburg) ist verantwortlich für die Erstellung des SKI-L und die statistische Auswertung der Daten. Die Psychologinnen und Psychologen, die vom Ministerium für nationale Bildung, Kindheit und Jugend (MENJE) beauftragt werden, sind verantwortlich für die Durchführung der Testungen an den Schulen und die Beratung bezüglich der Schulorientierung.
Gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung wird der Datenschutz durch das Durchführungsverfahren selbst gewährleistet: Während des Orientierungsprozesses wird jeder Schülerin bzw. jedem Schüler für jeden Test ein eindeutiger numerischer oder alphanumerischer Code zugewiesen. Dieser Code wird von der Psychologin bzw. dem Psychologen vergeben, und die entsprechend vorcodierten Testmaterialien werden verteilt. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler während des gesamten Test- und Rückmeldeprozesses ausschließlich über ihren Code identifiziert. Die ausgefüllten Testmaterialien werden anhand dieser Codes verarbeitet, und die Rückmeldungen werden ausschließlich auf Grundlage der Codes erstellt. Die Psychologinnen und Psychologen, die als einzige Zugang zu der Liste haben, welche die Namen der Schülerinnen und Schüler mit den jeweiligen Codes verknüpft, verteilen die Rückmeldungen an die betreffenden Personen. Das LUCET erhält und verarbeitet ausschließlich codierte Materialien und kann daher keine einzelnen Schülerinnen oder Schüler identifizieren. Obwohl das LUCET gegebenenfalls weiß, welche Codes einer bestimmten Psychologin bzw. einem bestimmten Psychologen zugeordnet sind, verfügt das LUCET über keine Informationen, die eine Zuordnung eines Codes zu einer bestimmten Person ermöglichen. Psychologinnen und Psychologen unterliegen der Schweigepflicht und dürfen personenbezogene Informationen nicht ohne Einwilligung weitergeben (siehe Ethikkodex der SLP: https://www.slp.lu/wp-content/uploads/2024/09/ethical_code.pdf ).
Das LUCET verarbeitet und speichert die Daten ausschließlich in anonymisierter Form zu Forschungs- und Qualitätssicherungszwecken und ist nicht in der Lage, einzelne Schülerinnen oder Schüler zu identifizieren oder personenbezogene Informationen offenzulegen. Die anonymisierten Daten werden genutzt, um die psychometrischen Eigenschaften der Tests (z. B. Reliabilität, Validität und Fairness) zu überprüfen und deren Qualität langfristig sicherzustellen. Darüber hinaus können Forschende Sekundäranalysen durchführen. Das bedeutet, dass bereits erhobene anonymisierte Daten zur Untersuchung zusätzlicher wissenschaftlicher Fragestellungen verwendet werden, beispielsweise zu Mustern kognitiver Fähigkeiten in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Sämtliche Analysen erfolgen ausschließlich auf Basis anonymisierter Daten; der Schutz der Privatsphäre der Schülerinnen und Schüler bleibt jederzeit gewährleistet.
Kontakte
Université du Luxembourg
LUCET
Université du Luxembourg
Maison des Sciences Humaines
11, Porte des Sciences
L-4366 Esch-sur-Alzette

Ministère de l’Éducation nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse
Coordination nationale Passage Fondamental Secondaire (PFS) – volet psychologique
Service de l’Enseignement Fondamental
33, Rives de Clausen
L-2165 Luxembourg
